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Schlussstrich und Werkstatt-Handbücher offline
Geschrieben von: Phillip   
Dienstag, den 13. September 2016 um 13:10 Uhr

Es ist keine große Überraschung: Hier passiert schon seit Jahren nicht mehr wirklich viel.

Die Gründe sind vielfältig: Familie, Job, geänderte Prioritäten, aber auch eine veränderte Einstellung bezüglich der allgegenwärtigen Verfügbarkeit von (mehr oder weniger) persönlichen Informationen im Internet.

Deshalb habe ich mich entschieden, hier einen Schlussstrich zu ziehen und die meisten hier vefügbaren Informationen vom Netz zu nehmen.

 

Da, wie gesagt, hier schon lange nicht mehr viel los ist, sollte das eigentlich auch kein großer Verlust sein.

Ich weiß aber, dass zumindest die Sammlung der Werkstatt-Handbücher bisher immernoch ein gern genutzter Anlaufpunkt für viele war.

Aber gerade im Zuge der (wieder) aktuellen Debatte um Urheberrecht möchte ich diese Risiko-Baustelle für mich beenden, bevor ernsthaft etwas passiert.

Allein die Tatsache, das so ein absurdes Geschäftsmodell wie das der Abmahnanwälte existiert, spricht für sich. In vielen Foren und anderen privat betriebenen gemeinützigen Internetplatformen wird inzwischen aus Angst und vorauseilendem Gehorsam auf Inhalte verzichtet, die weit weniger urheberrechtlich problematisch sind, als die alten Volvo-Handbücher.

Das widerspricht meiner Meinung nach dem ursprünglichen Ideal der freien Verfügbarkeit von Informationen im Internet.

Trotzdem mache auch ich den Rückzieher und werde sukzessive Dokumente und andere Informationen vom Netz nehmen

Sollte Euch dieses Thema wichtig sein, kann ich Euch nur bitten andere zu unterstützen, die bereits Opfer der unglücklichen Rechtslage geworden sind (z.B. ikonengold.de).

 

Ich bleibe weiterhin in diversen Foren aktiv (networksvolvoniacs.org oder oldtimer.tips) und werde natürlich auch weiter am Volvo schrauben.

 

Ich danke allen, die hier hin und wieder mal etwas gelesen haben!

Vielleicht sieht man sich mal in der analogen Welt!

over-and-out

Phillip

 

-------------------------------------------------Schlussstrich :-) ------------------------------------------

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. September 2016 um 20:18 Uhr
 
Herz-Transplantation (am Uhrwerk)
Geschrieben von: Phillip   
Dienstag, den 25. September 2012 um 23:17 Uhr

Tja, es ist ziemlich ruhig geworden hier. Ich bin vor mittlerweile einem halben Jahr Vater geworden. Seit der Geburt meines Sohnes und auch schon deutlich davor haben sich irgendwie die Prioritäten verschoben - und das meine ich durchaus positiv. Smile Und wenn doch mal etwas Freizeit für Auto abfällt, dann kümmere ich mich eher um die Schrauberei selbst, als darüber zu berichten.

Trotzdem habe ich, angeregt durch eine Diskussion im Volvoniacs-Forum, mich doch mal aufgerafft um eine kleinere Umbau-Aktion aus dem letzten Jahr aufzuarbeiten:

Die original Smiths Borduhr im Volvo war schon defekt, als ich ihn gekauft habe. Im Netz findet man nur Hinweise, dass dieser Uhren-Typ fast immer defekt ist und Reparaturen oder Austauschgeräte sehr schnell mehrere 100EUR kosten können - deutlich zuviel für meinen Geschmack.

Deshalb suchte ich nach anderen Bastlern, die ihre alten Uhren mit moderneren Uhrwerken ausgestattet haben. Sehr vielversprechend klang der Bericht auf der Infoseite des Saarländischen MG-Meetings.

Allerdings ist in der Volvo-Uhr etwas mehr Platz als beim MG, deshalb sollte es doch möglich sein, die gesamte Elektronik im Gehäuse unterzubringen.

Eine Ford Escort (MK7) Uhr liess sich mit etwas Geduld tatsächlich für weniger als 10EUR (inkl Versand) bei eBay auftreiben und die Bastelei konnte beginnen:

0001

Gehäuse, Ziffernblatt und noch ein paar Kleinigkeiten konnten problemlos entfernt werden. (Vorsicht beim Abziehen der Zeiger. Die sind zwar nur gesteckt, aber sitzen beim ersten Mal ziemlich fest und machen den Eindruck als könnten sie schnell mal abbrechen.) Was übrig bleibt, ist die Platine mit Uhrwerk und ein paar weiteren Bauteilen:

0002

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Bis auf die grünen Lämpchen, die beim Escort zur Beleuchtung der Uhr dienten, soll das alles irgendwie in das Blechgehäuse. Mein ursprünglicher (naiver) Plan, die Platine einfach zurecht zu sägen, unterbrochene Leiter durch Drähte zu ersetzen und das ganze irgendwie in die Uhr zu falten schien bei genauerer Betrachtung etwas unrealistisch.

Stattdessen musste ich wohl etwas mehr Aufwand spendieren. Deshalb habe ich mir die Platine mal etwas genauer angeschaut und ein Schaltplan davon angefertigt (reverse-engineering sozusagen):

000400050006

Dieses Bild zeigt all Bauelemente von Vorder-(Uhr, LE1) und Rückseite(alle anderen). Auch Leiterbahnen gibt es auf beiden Seiten: gestrichelt=hinten, durchgezogen=vorn(Uhrwerk-Seite). Wichtige Erkenntnisse:

  • R4, B1 & B2 sind nur für die Beleuchtung  - werden nicht benötigt (im folgenden nicht weiter berücksichtigt) 
  • Auch R1, R2, LE1 scheinen (aus heutiger Betrachtung) nur zur Ansteuerung der LED(LE1) zu dienen. Was auch immer beim Escort mit dieser LED angezeigt wird(Wegfahrsperre?),  auf die Uhr dürfte das keinen Einfluss haben - damals war ich mir da aber noch nicht so sicher, deshalb tauchen R1, R2 und LE1 im folgendem immer noch mit auf
  • J1 war der Ford-Anschluss mit Dauerplus auf "Orange" und Masse auf "Blass-Lila"(?) 

Mit diesen Erkenntnissen kann man nun die Schaltung ein neues Layout bringen. Der Einfachheit halber habe ich mich entschieden auf Basis einer Standard-Lochplatinen zu machen (kosten nur ein paar Cent und die Bauelemente passen ins Loch-Raster):

0007

In diesem Ergebins ist das ganze schon auf den Uhr-Durchmesser(und Aussparungen) optimiert.

  • Gleiche Farben entsprechen jeweils einer Leiterbahn und passen zu den Leitungen aus der Ursprungsschaltung.
  • Gestrichelte Querlinien sind gelötete Draht-Verbinder, die die vertikalen Leiterbahnen miteinander verbinden. 
  • an einigen stellen müssen die vertikalen Leiterbahnen auch unterbrochen werden, da dort verschiedene Signale/Pegel anliegen sollen (unterschiedliche Farben auf einer vertikalen Leiterbahn)
  • Schalter S1 und S2 zum vor-/rückstellen der Uhr sind auf einer externen/zweiten Platine vorgesehen

Nun kann man die Bauteile von der originalen Platine ablöten ...

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 ... und die Lochplatine vorbereiten ... 

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... den alten Schulzirkel rausgekramt und auf der Rückseite die Kreisform angezeichnet ... 

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 ... dann mit dem Dremel (oder Billig-DerivatTongue out) in Form bringen ... 

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Hier kann man bereits gut erkennen, wo die vertikalen Leiterbahnen getrennt wurden, damit später die oben abgebildete Schaltung daraus wird.

Achtung, da man die Platinen und Schlatung immer wieder von beiden Seite betrachtet, muss man höllisch aufpassen, dass man nicht plötzlich etwas spiegelverkehrt bearbeitet.

Nun wenden wir uns erstmal der alten Uhr zu:

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Das alte mechanische Uhrwerk muss raus.

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Was übrig bleibt, ist das Kunststoffgerüst, was später wieder mit dem Gehäuse verschraubt wird, sowie der Steckkontakt für Dauerplus und die Grundplatte(Metall) für das Ziffernblatt:

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Das Profil der Innenseite hab ich dann noch etwas glatt geschliffen, damit das neue Uhrwerk auch plan aufliegen kann.

Nun konnte ich mich darum kümmern, wie die runde Platine nun in das Gerüst passt ...

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Dazu mussten noch ein paar Aussparungen hinein. Deshalb immerwieder Bauteile einsetzten, probieren, Ecken wegdremeln und parallel dazu am Rechner den Schlatplan anpassen, denn am Ende solls ja auch funktionieren.

Der Schlatplan oben ist das Ergebnis dieser Anpassung und die vormals runde Platine sah dann irgendwann so aus:

0018

Hier schon mit dem Löten begonnen, da das final Schaltungslayout nun feststand. Als dann alle Bautteile und Drähte drauf waren, sah es so aus:

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Nun also wirklich mit dem Uhrengehäuse verheiraten:

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Zur Befestigung habe ich an den Stellen, wo das Ford-Uhrwerk schon 2 Löcher hat, auch durch die Platine gebohrt (2-3mm?) und rundherum die Kupfer-Leiterbahn entfernt, damit der Schraubenkopf keine Kurzschluss verursacht. Die Metallplatte auf der Ziffernblatt-Seite bekam an den gleichen Stellen ebenfalls Löcher und anschliessen ein Gewinde (M3/M4?). Damit kann man die Platine auf der Metallplatte festschrauben. Ich hatte zufällig auch Schraube, die von der Länge bündig mit der Metallplatte abschliessen. (ansonsten hätte man noch was wegflexen müssen).

Für die Stromversorgung bekam die Platine noch 2 Anschlusskabel:

  • schwarzes Kabel (an "blass-lila"-Leiterbahn) mit Ring-Kabelschuh  wird später von innen an das Uhrengehäuse geschraubt
  • oranges Kabel (an "orange"-Leiterbahn) an den vorhandenen Steck-Anschluss gelötet (nächstes Bild)

Fehlen also nur noch 2 Schalter für den Verstellmechnismus. Eigentlich wollte ich 2 Taster wie diese hier verwenden, aber in einer defekten Computer-Maus, die ich noch rumzuliegen hatte, hab ich zwei Taster mit einer perfekten Halterung gefunden. Also per Flachbandkabel mit den entsprechenden Leiterbahnen verbunden und aus Leiterplattenresten einen kleinen Sockel geklebt, auf den ich die Taster schrauben konnte:

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Leider fehlt mir ein Bild vom Hebel-Mechanismus, der die Taster bedient. Deshalb nur eine kurze Beschreibung:

Durch das Loch vor den Tastern kommt die Welle des originalen Stellrädchens. Daran verklebt ist ein zurechtgesägtes Rest-Stück der Lochplatine, welche beim drehen nach links den einen Schalter und beim drehen nach rechts den anderen Schalter betätigt.

Vor lauter Ungeduld habe ich dann keine Fotos mehr gemacht (liefere ich vielleicht noch nach), aber ersten Funktionstest gibt es dieses Video:

 

 

Ich fahre mit der Lösung  nun seit über einem Jahr und bin immer noch zufrieden damit.

Einziger zu erwähnender Nachteil ist vielleicht die Instrumenten-Beleuchtung. Von dem kleinen Lämpchen, das hintenim Gehäuse steckt, kommt nahzu nichts mehr vorn auf dem Ziffernblatt an. Aber das ist auf der originalen Tankuhr nebenan nicht wirklich besser.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 26. September 2012 um 19:24 Uhr
 
 

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